Katharinenschule

Katharinenschule
AP-Unit Entwurf WS 06/07

Aufgabenstellung
Ein erklärtes Ziel der Bildungsreform ist der Ausbau der Standorte für Ganztagsschulen. Dies begründet sich in der Art, dass man mit neuen Unterrichtskonzepten dem Strukturwandel in der Wirtschaft, der Arbeitswelt und in der Gesellschaft begegnen möchte.
Auf dem Gelände einer zur Disposition stehenden Grundschule in der südlichen Hamburger Altstadt soll, unter Berücksichtigung eines schutzwürdigen Kreuzbaus von Paul Seitz und der Maßgabe einer innerstädtischen Verdichtung, ein neues Schulgebäude mit Sporthalle geplant werden.
Auf dem Planungsgrundstück soll, sowohl eine neue 2-zügige Ganztagsschule mit Sporthalle geplant, als auch eine Fläche für Gewerbe- und Wohnnutzung ausgewiesen werden. Diese Entwurfsaufgabe stellt einen Gegenvorschlag zu den derzeitigen Planungen am Sandtorpark innerhalb der Hafencity dar.
Es wird eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem schutzwürdigen Kreuzbau erwartet. Es obliegt der Entscheidung des Bearbeiters, ob der Bau konzeptabhängig weiter genutzt, umgenutzt oder abgängig gemacht werden soll. Die statischen Voraussetzungen für eine Aufstockung sind nicht gegeben. Im Rahmen dieser Planungsaufgabe ist es dem Bearbeiter freigestellt, ob eine solche Maßnahme verfolgt werden soll.
In jedem Fall kann im Sinne einer städtebaulichen Verdichtung der südlichen Innenstadt über eine 6-8-geschossige Bauweise nachgedacht werden. Eine besondere Beachtung soll den Trauflinien der angrenzenden Bebauung gewidmet werden. Bei unmittelbaren Straßenbebauungen wird auf die vorhandenen Abstaffelungen der Gebäude hingewiesen, um die zulässigen Abstandflächen einhalten zu können.
Die 2 Gebäudeeinheiten (GTS und Dienstleistung/Wohnen) müssen einen funktional unabhängigen Bezug zueinender haben und über getrennte Eingänge verfügen. Darüber hinaus muss klar ersichtlich sein, wie sich die 2 Grundstücksgeometrien darstellen.
Der Schulkomplex soll in einem logischen funktionalen Zusammenhang stehen. Auf Grund der knappen Grundstücksfläche empfiehlt sich unter Umständen auch eine vertikale Stapelung der Nutzungen. Sollten mehrere Baukörper entworfen werden wird eine Aussage zu entsprechenden überdachten Verbindung erwartet. Die Außen-Spielflächen sollen nach Betriebsschluss der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Die Sporthalle nebst Nebenräume verfügt über einen abtrennbaren Zugang sowie einem 2.Rettungsweg. Eine ausreichende Zahl von Fahrradstellplätzen soll ebenerdig; die Pkw-Stellplätze möglichst unterirdisch nachgewiesen werden.

Nadine Scheld
Urbane Schule
Das Konzept dieser Schule basiert auf dem Verteilen einzelner Unterrichtseinheiten auf verschiedene Gebäude. Auf diese Weise wird das Grundstück belebt und die Schüler erhalten mehr Freiraum.
Der Bestandsbau auf dem Grundstück bleibt erhalten und wird durch vier Kuben erweitert. In den Anbauten sind die Unterrichtsräume untergebracht, um durch größere Räume mehr Komfort für die Schüler zu bieten. In den übrigen Räumen des Bestandsbaues sind Unterrichtseinheiten vorgesehen, die in kleineren Gruppen stattfinden. In der Mitte es Kreuzbaus – dem Herz der Schule – ist eine große Fläche als Kommunikationsraum und Möglichkeit zum Gedankenaustausch vorgesehen.
Im Erdgeschoss ist neben dem Schulleiter und dem Hausmeister auch die Mensa untergebracht. Die Speise flächen sind zum Pausenhof ausgerichtet und weitestgehend verglast, so kann zum Beispiel im Sommer ohne großen Aufwand im Freien gegessen werden.
Die verschiedenen Gebäude stehen so zueinander, dass sie einen Pausenhof ausbilden, zu welchem sich auch die jeweiligen Schulnutzungen orientieren.
Von der Neuen Gröningerstraße wird die Tiefgarage erschlossen. Über der Einfahrt befindet sich eine Treppe die sich zum Pausenhof hin öffnet und die Schüler zum Verweilen, als auch zum Klettern animiert. Des Weiteren bietet sie bei Konzerten oder Aufführungen vor dem Café einen weiteren exponierten Platz.
Auf der gegenüberliegenden Seite bezeichnen weitere Stufen das Ende des Schulgeländes.
Die Gebäude auf dem Grundstück bestehen aus weißem Sichtbeton und erhalten so eine gewisse Leichtigkeit. Unterstützt wird dies dadurch, dass die fünf umstehenden Solitäre sich minimal vor oder auch zurück neigen und so den Blickwinkel des Betrachters unterbrechen.

Katharina Schmelz
“… Die echte Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern sie mit neuen Augen zu sehen.“ Marcel Proust
Bestand
Ausgehend von dem Versuch Altes mit neuen Augen zu sehen, soll der Neubau eine Verbindung mit dem bestehenden Kreuzbau eingehen. Argumente für den Erhalt des bestehenden Baus sind die besondere architektonische Ästhetik sowie die Vermittlung einer stadtuntypischen familiären Atmosphäre.
Nutzung
Der Rahmenbau weist alle Räume auf, die ein Schulbetrieb fordert. Die Unterrichtsbereiche befi nden sich in den Obergeschossen auf Süd- und Westseite; Räume für Verwaltung und Lehrpersonal sind im Ostfl ügel angeordnet. Die elemente Aula, Turnhalle und Kreuzbau stehen für Begegnung (Aula), Entfaltung (Kreuzbau) und Bewegung (Sporthalle) und bereichern das Lehr- und Freizeitangebot. Sie sind als Schnittstelle zu verstehen, die neben der Schule von Vereinen, Volkshochschule, Gemeinde, und anderen genutzt werden können. Sie weisen sich durch eine von der Schule getrennten Erschließung aus.
Tragwerk, Fassade, Materialität
Das Tragwerk des Kreuzbaus bleibt weitesgehend erhalten; die Umstrukturierung des Innenbereiches ermöglicht das Dämmen von Innen. Lasten werden im Bereich des Rahmenbaus durch Scheiben abgetragen; im zum Hof hin orientierten Flur tragen Stützen das Bauwerk. Die aus Fensterbändern bestehende Fassade des Rahmenbaus verstärkt die Orientierung nach Innen sowie die Einheit des Blockes. Bedrucktes Glas und farbige Fensterrahmen lockern die Fassade aus Sichtbeton und Schiebefenstern aus dunklem Aluminium auf. Die zum Innenhof gelegene Fassade ist durch eine Pfosten- Riegel- Konstruktion verglast und ermöglicht so die Belichtung des Flures sowie den Blick auf Freifl ächen. Die Funktion des Kreuzbaus als eigenständiges Element bleibt somit ablesbar.

Jörn Rabach
Sophie-Barat-Schule
Das Grundstück wird im Norden durch die stark befahrene Willy-Brandt-Strasse und im Süden durch die Katharinenkirche defi niert. Das sehr heterogene Umfeld war Anlass, einen introvertierten Schultyp zu entwickeln. Die Hofschule bildet einen Blockrand und stellt die verloren gegangen, innerstädtische Dichte wieder her. Der Eingang der Schule orientiert sich in Richtung Süden; die Schule öffnet sich somit zur Speicherstadt und zum Wasser hin. Zwei Plätze werden im Süden durch die Neuplanung defi niert. Der Kirchplatz bekommt eine Fassung; die Eingangsplattform schafft eine weitere grosse Freifl äche für die Schüler. Der Hoftyp ermöglicht eine kompakte Bauweise, geschützte und gut überschaubare Pausenfl äche. Die Klassenzimmer sind durch eine Erschliessungszone vom Pausenhof getrennt und orientieren sich zur ruhigen Nachbarschaft hin. Im lauten Norden befi ndet sich die Verwaltung, Bibliothek sowie andere Sondernutzungen. In der Sockelzone werden Gewerbefl ächen angeboten, die der innerstädtischen Belebung zu gute kommen. Gleichzeitig wird dadurch der Schulbetrieb in das 1.OG gehoben und befi ndet sich somit nicht mehr auf Strassenniveau. Die Turnhalle schwebt im Zentrum der Schule. Darunter befi ndet sich ein grosser geschützter Pausenhof, der als Aula komplett bestuhlt werden kann. Die zum Kirchplatz hin orientierte Kantine kann durch externe Zugänge auch für Fremdnutzungen geöffnet werden.
Die Fassade wird von dem vorgehängten, aus weissen Betonfertigteilen gefertigten Vorhang, geprägt und durch die sich herausdrückenden Klassentrakte unterbrochen. Im EG lässt sich die Fassade durch Schiebeelemente öffnen; geschlossen bietet sie effektiven Schutz vor Vandalismus.

  • Nadine Scheld
  • Katharina Schmelz
  • Jörn Rabach