Masterthesis

Fachbereichspreis Masterthesis für Diana Schlez

Das Fachgebiet E+G gratuliert allen Absolventen und den Preisträgern der Masterthesis im Sommersemester 2019.

Ein besonderer Glückwunsch geht an die Preisträgerin des Fachbereichspreises Diana Schlez, und an die Preisträger der Athene-Medaillen Johanna Schmid und Lukas Feile, die mit ihrem an unserem Fachgebiet bearbeiteten Entwürfen überzeugen konnten.

Die Aufgabenstellung sah die Planung eines Gästehauses in der historisch wertvollen Ruine vor, das zu einer Anlaufstelle für Reisende im Mittelrheintal werden soll und so das historisch bedeutsame Bauwerk wiederbelebt.

Fachbereichspreis:

Diana Schlez greift in ihrem Entwurf die vorhandene Ästhetik auf und verleiht der Ruine durch sensible Eingriffe eine neue Funktion.

„Das Konzept entwickelt sich aus den Tagesabläufen und Bewegungsprofilen der Hauptnutzergruppe – den Wanderern. Die hieraus entstehende Wegeführung macht das neue Gebäude, die Burg und deren Grundstück auf dem Weg der Wanderer erlebbar. Im Bereich der ehemaligen Vorburg entsteht mit dem neuen Empfangsgebäude eine Ankommenssituation. Durch das Einschmiegen in die vorhandenen Bestandsmauerreste bleibt der erste Blick auf die Burgruine dabei nahezu unverändert. Über den ehemaligen Bestandseingang gelangen die Wanderer durch das Empfangsgebäude hindurch in das Innere der Burgruine. Hier bildet das Gebäude ein Zentrum aus, das Gemeinschaftsfläche, Speisesaal und Veranstaltungsbereich zusammenfasst.

Durch das Aufstellen einer einzigen neuen, zentralen Wand entsteht ein Raum, der drei Bereiche ausbildet. Die bereits vorhandene Dreiteilung, wird so aufgegriffen und ergänzt und die bestehenden Höhenunterschiede, zur Gliederung, in die neue Dachlandschaft übertragen. Im Foyer erinnert das gefilterte Oberlicht an den ehemaligen Burghof und heißt den Wanderer willkommen.

Über die Bestandstreppe gelangt er nach Süden in den überhöhten Gastsaal, in welchem, an einer Tafel gemeinsam gespeist, geredet und gespielt werden kann.

Der Bereich des Saals öffnet sich weiter nach Westen, über eine neue Treppe auf eine neu eingezogene Ebene in den Barbereich.

Um den Rundgang fortzusetzen, unternehmen die Wanderer einen Besuch bei den Türmen über die nördlich eingefügte Treppe und wählen dann den Weg wieder hinab in das Foyer. Im dessen Zentrum befindet sich der imposante Bestandstorbogen über der Treppe, die hinunter in das Untergeschoss der Burg leitet.

Die Wanderer werden weiter in den ehemaligen Graben des Burgzwingers geführt, um sich in die Herberge zurückzuziehen.

Der Übergang zwischen Gesellschaft und Zurückgezogenheit wird hier durch die schmale Wegeführung, geleitet durch präzise einfallendes Licht und durch vereinzelte Ausblicke in die Landschaft inszeniert.

An der Bestandsmauer orientiert, reihen sich die Herbergskammern in Richtung Südwesten auf. Möchten die Wanderer sich endgültig zurückziehen, geht er in seine Kammer, welche durch indirekte Beleuchtung, mittels Oberlicht, den Ort innerhalb des Burgzwingers eindrücklich bewusst macht.

Der gesamte Eingriff ist durchgehend in glatter, nahezu fugenloser Sichtbetonoptik gehalten und setzt so der massiven Steinruine ein ebenbürtiges Material entgegen, welches sich allerdings durch den Kontrast in der Haptik bewusst zurücknimmt und trotzdem ehrlich den vorgenommenen Eingriff darstellt.“ (Diana Schlez)

Diana Schlez

Athene-Medaillen:

Athene-Medaillen gingen in diesem Semester an Lukas Feile, Johanna Schmid und Mai Quynh Lai. Die Athene-Medaille erhalten Studierende, die ihre Abschlussarbeit mit „Sehr gut“ abschließen und einen Notendurchschnitt besser als 1,4 vorweisen.

Auch Johanna Schmid und Lukas Feile bearbeiteten den Entwurf für das Gästehaus an der Burg Ehrenfels. Lukas Feile stellt der Ruine in seinem Entwurf „Kemenate Ehrenfels“ einen markanten vielgeschossigen Solitär zur Seite. Am Fuße der Weinberge unterhalb der Burg positioniert, eröffnet das Gästehaus neue Perspektiven auf das Rheintal und die Burg. Auch Johanna Schmid trennt Burgruine und Gästehaus, verortet Letzteres jedoch an der unteren Umfassung des Burggartens. Am Hang gelegen, erfolgt die Erschließung über die oberen Geschosse durch die neu gestalteten Burggärten. Das Gebäude setzt sich in seiner zeitgenössischen Formenspache klar von der Ruine ab und interpretiert sie in seiner Skulpturalität und Fassadenstruktur neu.